eBooks und Hörbücher verkaufen : Was ist möglich?

Der Verkauf von gebrauchten Büchern über das Internet gehört beinahe schon zum Alltag. Ganz gleich ob nur einige wenige oder eine ganze LKW-Ladung alter Bücher verkauft wird. Im Gegensatz zu den meisten anderen Verbrauchsgegenständen werden Bücher nach dem Lesen nicht mehr genutzt. Der Weiterverkauf über das Internet bietet da eine ideale Lösung, wenn die Leser die Preisgestaltung nicht selbst übernehmen müssen. Viele Online-Ankäufer bieten daher den Bücherankauf nach bestimmten Kriterien an. Deshalb wird sich immer ein Abnehmer finden, der bereit ist einige Euro dafür zu zahlen.

Ganz anders sieht es bei den digitalen Medien aus, die iin den letzten Jahren eine enorme Verbreitung in der Bevöllkerung gefunden haben. Hörbücher und E-Books können als Dateien an einem beliebigen Ort abgelegt werden. Der Umfang eines E-Buchs liegt bei wenigen Megabyte. Selbst die größeren Audiodateien stellen bei den Größen und Preisen von USB-Sticks, Speicherkarten etc. kein Problem dar. Deshalb sollten im Umgang mit gekauften E-Books und Hörbüchern einige Regeln beachtet werden.

Was ist beim Verkauf von E-Books zu beachten?

Bei den digitalen Medien funktioniert der Mechanismus des Buchankaufs nicht wie bei herkömmlichen Büchern. Das hat einen einfach nachvollziehbaren Grund. Ein E-Buch ist eine kleine Datei, die theoretisch von jeder Person beliebig oft vervielfältigt werden kann. Außerdem nutzen sich die digitalen Inhalte im Gegensatz zu den herkömmlichen Büchern nicht ab. Unter diesen Voraussetzungen wäre ein freier Gebrauchtmarkt für Hörbücher und E-Books der Tod für die Branche.

Warum sollten Sie das Original kaufen, wenn Sie eine gleich gute Kopie wesentlich billiger erwerben können?

 

Die Anbieter nutzen zwar schon länger verschiedene Techniken, um möglichst alle Dateien, in denen sich digitale Medieninhalte befinden, mit einem Kopierschutz zu versehen. Diese technische Barriere erschwert sicherlich den Weiterverkauf von E-Books und Hörbüchern, aber das reicht nicht. So sehen es auch die Richter des Oberlandesgerichtes Hamm. Es hat im Mai 2014 in einem rechtsgültigen Urteil festgelegt, dass die Weiterverkäufe der Inhalte digitaler Medien von den Anbietern per AGB untersagt werden dürfen.

Sie kaufen die E-Books nicht, sondern Sie erwerben die Rechte an der Nutzung der Dateien. Das können Sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters nachlesen. Gemäß den Bestimmungen der Digitalen Rechteverwaltung (DRM) ist der Weiterverkauf entsprechend unzulässig.

Welche Alternativen zum E-Bookkauf gibt es?

Neben diesem Verbot sorgt die DRM für eine weitreichende Bindung an die Anbieter der eReader. Dies und die nicht vorhandene physikalische Form der E-Bücher sorgen für eine Zurückhaltung der Kunden bzgl. des Kaufs der digitalen Medien. Der Markt hat dies bereits erkannt und bietet als Alternative zum Kauf den Verleih der elektronischen Bücher an.

Private Anbieter

Sie können sich bei speziellen Online-Anbietern registrieren und gegen eine monatliche Gebühr eine E-Book-Flatrate abschließen. Mit einer eigens dafür hergestellten App dürfen Sie sich die gewünschten Dateien herunterladen und auf Ihrem mobilen Endgerät (Smartphone, Tablet oder eReader mit Android-System sowie Kindle Fire, IPad oder IPhone) nutzen. Andere Online-Shops bieten Prime-Mitgliedschaften für ihre gesamte Produktpalette an, in dessen Rahmen die Nutzung einer digitalen Leihbücherei enthalten ist.

Staatliche Anbieter

Noch vor den privaten Anbietern waren die öffentlichen Bücherhallen dazu übergegangen, neben ihrem reichhaltigen Angebot an Leihbüchern aus Papier auf ihren Webseiten einen Verleih-Shop für E-Medien zu eröffnen. Die Auswahl ist bereits sehr umfangreich, auch wenn viele – vor allem ältere – Exemplare nicht in elektronischer Form vorliegen. Die E-Book-Dateien werden von den Bücherhallen für die Dauer der Leihfrist freigeschaltet. Läuft diese ab, greift eine Schutzsoftware, welche die Nutzung des Mediums verhindert.

Weitere Möglichkeiten

Eine weitere alternative Möglichkeit wurde durch die gemeinsame Initiative vieler europäische Universitäten ins Leben gerufen. Sie beteiligen sich an einem Projekt, das den kostenpflichtigen Service EoD (E-Books on Demand) zur Verfügung stellt. Bei diesem Verfahren werden Bücher, die nicht urheberrechtlich geschützt sind, digital eingescannt und können mit und ohne elektronische Bearbeitung mittels Testerkennungsprogrammen genutzt werden.